Haus sicher in der Urlaubszeit

Die Urlaubszeit ist für viele Menschen die schönste Zeit des Jahres. Endlich abschalten, verreisen und den Alltag für einige Tage oder Wochen hinter sich lassen. Gleichzeitig ist eine längere Abwesenheit jedoch auch eine Gelegenheit für Einbrecher. Dunkle Fenster, ein dauerhaft leerer Stellplatz, ein überfüllter Briefkasten oder heruntergelassene Rollläden können schnell darauf hinweisen, dass niemand zu Hause ist.

Mit der richtigen Vorbereitung lässt sich das Einbruchrisiko deutlich reduzieren. Dabei kommt es nicht nur auf moderne Sicherheitstechnik an. Oft sind es bereits einfache organisatorische Maßnahmen, die ein Haus oder eine Wohnung während des Urlaubs bewohnt erscheinen lassen.

Anwesenheit simulieren

Einbrecher beobachten Häuser häufig, bevor sie einen Einbruch versuchen. Sie achten darauf, ob Licht eingeschaltet wird, Rollläden bewegt werden oder regelmäßig jemand das Gebäude betritt. Deshalb sollte das Zuhause auch während der Urlaubszeit nicht dauerhaft verlassen wirken.

Zeitschaltuhren oder smarte Beleuchtungssysteme können Lampen zu unterschiedlichen Uhrzeiten ein- und ausschalten. Besonders sinnvoll ist es, mehrere Räume einzubeziehen. Brennt jeden Abend exakt zur gleichen Zeit dieselbe Lampe, wirkt das schnell künstlich. Besser ist es, verschiedene Lichtquellen zu unterschiedlichen Zeiten zu steuern.

Auch Rollläden sollten nicht während des gesamten Urlaubs geschlossen bleiben. Elektrische Rollläden lassen sich häufig programmieren. Bei manuellen Rollläden kann eine vertraute Person gebeten werden, diese gelegentlich zu öffnen und wieder zu schließen.

Fernsehsimulatoren können ebenfalls helfen. Sie erzeugen wechselnde Lichtimpulse, die von außen wie das Flackern eines laufenden Fernsehers wirken. Solche Geräte ersetzen zwar keine mechanische Sicherung, können aber Teil eines sinnvollen Sicherheitskonzepts sein.

Briefkasten und Mülltonnen organisieren

Ein überfüllter Briefkasten gehört zu den deutlichsten Zeichen für eine längere Abwesenheit. Bitten Sie daher Nachbarn, Freunde oder Familienmitglieder, regelmäßig die Post zu entnehmen. Auch kostenlose Anzeigenblätter und Werbeprospekte sollten entfernt werden.

Eine Alternative kann ein Nachsendeauftrag oder eine vorübergehende Postlagerung sein. Dennoch sollte gelegentlich jemand nach dem Haus oder der Wohnung sehen. Dabei können auch Pflanzen gegossen, Räume gelüftet und mögliche Schäden frühzeitig erkannt werden.

Mülltonnen können ebenfalls Aufschluss darüber geben, ob ein Haushalt bewohnt ist. Wenn alle Nachbarn ihre Tonnen herausstellen, Ihre jedoch über mehrere Wochen unberührt bleibt, kann das auffallen. Eine Vertrauensperson kann die Tonnen an den üblichen Tagen an die Straße stellen und wieder zurückbringen.

Türen und Fenster richtig sichern

Vor der Abreise sollten alle Türen und Fenster sorgfältig kontrolliert werden. Gekippte Fenster gelten nicht als verschlossen und können Einbrechern das Eindringen erheblich erleichtern. Auch Fenster in oberen Stockwerken sollten geschlossen werden, insbesondere wenn sie über Garagendächer, Mülltonnen, Bäume oder Balkone erreichbar sind.

Haustüren sollten nicht nur zugezogen, sondern immer abgeschlossen werden. Das gilt auch für Nebeneingänge, Terrassentüren, Kellertüren und Garagentore. Ersatzschlüssel gehören nicht unter die Fußmatte, in den Blumentopf oder unter einen Stein. Solche Verstecke sind Einbrechern bestens bekannt.

Mechanische Sicherungen haben eine besonders große Bedeutung. Dazu gehören stabile Türschlösser, Schutzbeschläge, Zusatzschlösser, abschließbare Fenstergriffe und wirksame Fenstersicherungen. Je länger ein Einbrecher benötigt und je mehr Lärm er verursacht, desto eher bricht er seinen Versuch ab.

Vor einer größeren Investition kann eine professionelle Sicherheitsberatung sinnvoll sein. Dabei wird geprüft, welche Schwachstellen am Gebäude bestehen und welche Maßnahmen tatsächlich erforderlich sind.

Nachbarschaftshilfe nutzen

Eine aufmerksame Nachbarschaft ist ein wichtiger Einbruchschutz. Informieren Sie eine vertrauenswürdige Person darüber, dass Sie verreist sind. Hinterlegen Sie eine Telefonnummer, unter der Sie im Notfall erreichbar sind.

Die Vertrauensperson kann regelmäßig nach dem Rechten sehen, den Briefkasten leeren, Rollläden bedienen und kleinere Veränderungen rund um das Haus vornehmen. Ein Auto, das gelegentlich in der Einfahrt steht, kann zusätzlich den Eindruck erwecken, dass jemand anwesend ist.

Wichtig ist jedoch, den Kreis der informierten Personen klein zu halten. Nicht jeder Nachbar oder Bekannte muss wissen, wie lange Sie verreist sind oder wo Sie sich aufhalten.

Vorsicht bei sozialen Medien

Urlaubsbilder werden gerne direkt vom Reiseziel aus veröffentlicht. Damit kann jedoch unbeabsichtigt bekannt gegeben werden, dass das eigene Zuhause gerade leer steht. Öffentliche Beiträge, Standortmarkierungen und Hinweise auf die genaue Reisedauer sollten deshalb vermieden werden.

Sicherer ist es, Fotos erst nach der Rückkehr zu veröffentlichen. Prüfen Sie außerdem die Privatsphäre-Einstellungen Ihrer sozialen Netzwerke. Auch bei einem eingeschränkten Profil lässt sich nicht immer kontrollieren, wer Informationen weitergibt oder Screenshots erstellt.

Auf dem Anrufbeantworter oder in automatischen E-Mail-Antworten sollte ebenfalls nicht zu detailliert auf die Abwesenheit hingewiesen werden. Eine neutrale Formulierung ohne Angaben zum Urlaubsort oder zur Reisedauer ist in der Regel ausreichend.

Wertgegenstände und Dokumente schützen

Wertvolle Gegenstände sollten nicht offen sichtbar liegen. Schmuck, Bargeld, wichtige Dokumente und Datenträger gehören an einen sicheren Ort. Ein hochwertiger, fest verankerter Tresor kann zusätzlichen Schutz bieten.

Auch Fotos und Listen von Wertgegenständen sind hilfreich. Notieren Sie Seriennummern von Elektrogeräten und bewahren Sie Kaufbelege sicher auf. Im Schadensfall erleichtern solche Unterlagen die Kommunikation mit Polizei und Versicherung.

Wichtige Daten sollten vor der Reise gesichert werden. Eine externe Datensicherung, die nicht offen im Haus liegt, kann vor Datenverlust schützen.

Alarmanlagen und Kameras sinnvoll einsetzen

Alarmanlagen, Bewegungsmelder und Überwachungskameras können die Sicherheit erhöhen. Sie sollten jedoch fachgerecht geplant und installiert werden. Fehlalarme oder schlecht platzierte Kameras können die Wirksamkeit beeinträchtigen.

Smarte Kameras ermöglichen häufig den Zugriff über das Smartphone. So können Eigentümer auch aus der Ferne sehen, ob sich jemand auf dem Grundstück bewegt. Dabei müssen die geltenden Datenschutzregeln beachtet werden. Kameras sollten grundsätzlich nur das eigene Grundstück erfassen und keine öffentlichen Wege oder Nachbargrundstücke überwachen.

Technische Systeme dürfen außerdem nicht darüber hinwegtäuschen, dass mechanische Sicherungen weiterhin die wichtigste Grundlage bilden. Eine Kamera kann einen Einbruch dokumentieren, verhindert aber nicht automatisch das gewaltsame Öffnen eines Fensters.

Checkliste vor der Abreise

Planen Sie die Sicherheitsmaßnahmen nicht erst am Abreisetag. Prüfen Sie einige Tage vorher, ob Zeitschaltuhren funktionieren, Batterien geladen sind und alle Schlösser einwandfrei schließen. Geben Sie einer Vertrauensperson einen Schlüssel und erklären Sie, worauf sie achten soll.

Am Abreisetag sollten Sie nochmals kontrollieren:

Sind alle Fenster geschlossen? Sind Haus-, Keller- und Terrassentüren abgeschlossen? Ist das Garagentor gesichert? Wird der Briefkasten regelmäßig geleert? Sind Rollläden und Beleuchtung organisiert? Liegen keine Ersatzschlüssel im Außenbereich? Sind Wertgegenstände sicher verwahrt?

Fazit

Ein wirksamer Einbruchschutz während der Urlaubszeit besteht aus mehreren Bausteinen. Besonders wichtig sind stabile mechanische Sicherungen, eine glaubwürdige Anwesenheitssimulation und die Unterstützung durch vertrauenswürdige Nachbarn oder Angehörige.

Wer Türen und Fenster sorgfältig verschließt, den Briefkasten leeren lässt, Licht und Rollläden steuert und mit Urlaubsinformationen in sozialen Medien zurückhaltend umgeht, macht es Einbrechern deutlich schwerer.

Eine hundertprozentige Sicherheit gibt es zwar nicht. Mit guter Vorbereitung lässt sich das Risiko jedoch erheblich verringern. So können Sie Ihre Reise entspannter genießen und nach dem Urlaub sicher in Ihr Zuhause zurückkehren.